Geschichtliches

Vor rund 1500 Jahren beschloss der fromme Medardus, eine Holzhütte im Meggerwald zu errichten, um fortan dort zu leben. Während er mit dem Fällen der Bäume beschäftigt war, kam ein Knabe zu ihm und bat Medardus, zwei Stämme auf die Schultern zu nehmen und ihm zu folgen. Nach vierstündiger Wanderung kamen die beiden auf einer Anhöhe in der Nähe von Root an. Dort liess der Knabe den frommen Einsiedler Medardus, aus den beiden Stämmen ein Kreuz errichten. Mit den Worten «ich bin der Erzengel Michael, von meinem Herrn Jesus Christus gesandt, diesen Ort zu kennzeichnen und zu weihen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes», nahm der Knabe die Gestalt des Erzengels Michael an. Seitdem heisst die Anhöhe, auf der die Kapelle steht, Michaelskreuz.

Dass von diesem Ort eine ganz besondere Kraft ausgeht, zeigt nicht nur die Legende vom Erzengel Michael, der seit jeher als Beschützer der Menschen verehrt wird, sondern auch folgende Tatsache: Das Michaelskreuz war das erste christliche Wahrzeichen inmitten der damaligen Alemannengegend. Von diesem Ort aus erfolgte nach und nach die Christianisierung der ganzen Umgebung. Anstelle des Holzkreuzes wurde 1436 eine Holzkapelle errichtet. 360 Jahre später entstand eine Kapelle aus Stein. Diese Kapelle wurde im 19. Jahrhundert restauriert, später mit einem Kreuzweg versehen und erweitert. 1905 wurde sie zu Ehren des Erzengels Michael und des Heiligen Johann und Paul geweiht. Da die Kapelle dem Verfall nahe war, wurde am 28. September 1946 der Kapellenbauverein gegründet. Aufgrund dieser Initiative konnte die heutige Kapelle in Fronarbeit von Landwirten und Handwerkern aus der Gegend erbaut werden. Am 23. September 1947 wurde die Kapelle eingeweiht.

60 Jahre nach der Einweihung erfolgte eine sanfte Renovation. Der Architekt Markus Boyer hat das Werk seines Vaters mit der heutigen liturgischen formsprache weitergeführt. Am 6. Mai 2007 wurde durch den Generalvikar des Bistums Basel die renovierte Kapelle eingesegnet und der Zelebrationsalter geweiht. Im Bestätigungsschreiben der Weihe heisst es: «Durch die Salbung mit heiligem Öl, durch den Segen und durch das Gebet der Gemeinde ist dieser Ort dazu bereitet worden, der Gemeinschaft der Gläubigen für die Versammlung um den Tisch des Herrn zu dienen. Hier wird in der Feier der heiligen Messe die Verbindung mit Gott und die Verbindung unter den Menschen sichtbart und wirksam. ... In Verbundenheit mit den frühesten Zeugen unseres Glaubens sind im Altar Reliquien beigesetzt - aus der thebäischen Legion, sowie des heiligen Bruder Klaus.»



Öffnungszeiten der Kapelle (Montag bis Freitag, 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr)
In der Zeit von Mai bis September wird jeden Sonntag um 10.30 Uhr Gottesdienst (Eucharistie) gefeiert.
In den Monaten von Oktober bis April ist die Kapelle geöffnet zum Innehalten und für das persönliche Gebet.

Weitere Informationen zur Kapelle oder Reservierungen erhalten Sie im
Röm.-kath. Pfarramt, Schulstrasse 7, CH-6037 Root, Telefon +41 (0)41 455 00 60, www.pfarrei-root.ch

 

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